Palm Springs: Eine Deutsche in der Wüste Kaliforniens


Wer: Jana Neudeck-Helmig – Immobilien-Maklerin
Wo: Indian Wells – Palm Springs, Kalifornien

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Indian Wells liegt inmitten der kalifornischen Wüste und ist bekannt für sein internationales Tennis-Turnier

Das Coachella Valley inmitten der Wüste Kaliforniens ist nicht nur berühmt für das gleichnamige Musikfestival. Legendär sind Orte wie Palm Springs, Rancho Mirage, Palm Desert, Indian Wells und ihre berühmten Bewohner. Schon Charlie Chaplin, Marilyn Monroe und Cary Grant zog die Wüste mit ihrem einzigartigen Klima und Licht magisch an. Seit 2013 ist hier das Zuhause von Jana Neudeck-Helmig, einer gebürtigen Dresdnerin, die 1984 – vor dem Mauerfall – die damalige DDR verlassen konnte. Für die damals 15 Jährige war das der erste Schritt eines Abenteuers, das 1991 in Hamburg mit einer Ausbildung zur Journalistin begann, über Mexiko und Los Angeles in die Wüste Kaliforniens führte. In einer ‚Gated Community‘, wo Prominente wie Bill Gates, Pete Sampras und Leonardo DiCaprio ihre Zweit- und Dritt-Wohnsitze haben und Präsident Obama gerne zum Golfen einfliegt, lebt die Immobilien-Expertin in einer 200 Quadratmeter großen Villa mit Pool, Spa, drei Schlafzimmern, zwei Bädern und einer Terrasse direkt am Golfkurs des Indian Wells Country Club.

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Lebt seit 22 Jahren in den USA: Immobilienmaklerin Jana Neudeck

MyStylery: Im Sommer liegen die Temperaturen hier bei 40 Grad plus. Wie lebt es sich so in der Wüste?
Jana Neudeck: Besser als ich dachte. Ich habe das Haus in Indian Wells zunächst nur gemietet, um herauszufinden, wie ich mit der Hitze klarkomme. Hier ist sie trocken und es gibt in jedem Haus eine Klimaanlage und einen Pool für ein kleines Erfrischungsbad. Ich habe meinen Rhythmus umgestellt, stehe früh auf, gehe morgens wandern, dann treffe ich Kunden. Nachmittags gehe ich gern ins Kino, wo es auch immer angenehm kühl ist. Und abends arbeite ich wieder.

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Jana Neudecks Zuhause liegt direkt am Golfkurs des Indian Wells Country Club

MS: Die Gegend um Palm Springs ist bekannt für seine 120 Golfplätze. Du wohnst an einem der Country Clubs und schaust direkt auf das Green. Das ist ja perfekt zum spontanen Putten?
JN: Ja, oder? Ich bin zwar kein Mitglied im Club, aber niemand hat etwas dagegen, wenn ich abends ein paar Bälle schlage. Golf ist sehr zeitaufwändig und als Maklerin ist Zeit für mich ein Luxus, von dem ich zu wenig habe. Für die Kundenpflege sponsern meine Geschäftspartnerin und ich seit letztem Jahr die ‚Snowbird Open‘. Die Snowbirds sind Amerikaner aus dem Norden, die für die Wintersaison hier einfliegen und im Frühjahr wieder abreisen.

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Der Livingroom: Die französischen Ledersessel hat Jana Neudeck bei ‚Butterfield & Butterfield‘ in Los Angeles ersteigert

MS: Wie ist das Leben hier im Vergleich zum turbulenten Los Angeles?
JN: Als ich 2012 nach einem zweijährigen Aufenthalt im mexikanischen Cozumel zurück nach L.A. kam, wurde mir die Stadt mit dem Smog und dem Verkehr zu viel. Eine Stunde im Auto sitzen, nur um Freunde zum Lunch zu treffen, hat mich wahnsinnig gemacht. Ich habe dann mein Haus im Stadtteil ‚Hidden Hills‘ verkauft und 2013 mit einer Freundin die Firma ‚Modern Properties‘ in Palm Springs gegründet.

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Janas antiker Schreibtisch. Im Bücherregal Familienfotos und Erinnerungen

MS: Du bist gelernte Journalistin – was brachte Dich auf die Idee, Maklerin zu werden?
JN: Als ich 1996 mit meinem damaligen Freund ein Haus suchte und auf eine völlig überforderte Maklerin stieß, erkannte ich meine Chance: Als Redakteurin und detailorientierte Deutsche habe ich immer akribisch gearbeitet. In kürzester Zeit wusste ich, wie der ‚Real Estate‘-Markt in Los Angeles funktioniert und habe meine Makler-Lizenz erworben, die übrigens alle vier Jahre durch zu bestehende Prüfungen erneuert werden muss. Makler in Kalifornien unterliegen seit dem Crash in 2008 einer sehr strengen und verschärften Gesetzgebung.

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Kamin mit viktorianischem Vorsetzer, den Jana Neudeck in einem Londoner Antiquitäten-Geschäft entdeckte

MS: Wie unterscheidet sich der amerikanische Immobilienmarkt von dem in Deutschland?
JN: Hier herrscht eine andere Mentalität. Viele Amerikaner ziehen im Schnitt alle fünf Jahre um. Da sich Investments für privat genutzte Objekte gut abschreiben lassen, wird gekauft statt gemietet. Die Preise sind mittlerweile schon wieder sehr angestiegen, auch hier in der Wüste, die für viele ein Zweit-Wohnsitz ist. Hier kaufen viele Kanadier, auch Europäer, als hätte es die Wirtschaftskrise nie gegeben. Und Cash ist King.

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Coffeetablebooks und Bronze-Skulptur ‚Brass Monkey on Marble‘

MS: Gab es in Deinen 19 Jahren als Maklerin hin und wieder merkwürdige Begegnungen mit Kunden?
JN: Oh ja, von der NVA-Uniform im Kleiderschrank eines Klienten am vornehmen ‚Mulholland Drive‘ in Beverly Hills und dem dazu passenden, deutschen Schäferhund bishin zum ungeschminkten Marilyn Manson. Letzte Woche habe ich mit einer Kundin das 1925 gebaute Liebesnest von Carole Lombard und Clark Gable angeschaut, das jetzt noch der Douglas Familie gehört. Amüsant ist auch die Story von Max Hushahn, einem Deutschen, der schon ewig in L.A. lebt und dem hier der beste Harley Davidson Shop gehört. Ich habe ihm ein Grundstück in West Hollywood vermittelt, auf das er ein Objekt baute mit 19 Parkplätzen. Mitten im Bauprozess verweigerte die Stadt die Genehmigung für eine Einfahrt. Absurd. Sollten die Autos per Helikopter einfliegen? Da muss man dann Ruhe bewahren.

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Essecke mit antiken, amerikanischen Holzstühlen

MS: Was vermisst Du in Deiner neuen Wahlheimat?
JN: Ganz klischeehaft: Deutsches Brot und Wiener Schnitzel. Einen stilvollen Weihnachtsmarkt, ab und zu sogar das Schneematsch-Wetter. Vor allem aber fehlen mir Familie und Freunde und besonders meine drei Patenkinder. Inzwischen habe ich in vier Ländern gelebt – wenn man die ehemalige DDR überhaupt als Land bezeichnen darf – und fühle ich mich manchmal etwas heimatlos.

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„Den französischen Clubchair von 1920 habe ich auf dem Antikmarkt ‚Marché aux Puces‘ in Paris gekauft,“ erzählt Jana Neudeck

MS: Haben deshalb Deine Möbel für Dich eine besondere Bedeutung?
JN: Genau. Es gibt einige Stücke, wie die Statue ‚Brass Monkey on Marble‘, die ich in England gefunden habe. Von dort stammt auch mein antiker und nun restaurierter Schreibtisch, an dem ich täglich sitze. Die französischen Ledersessel habe ich bei ‚Butterfield & Butterfield‘ vor zehn Jahren in Los Angeles ersteigert. Und den bronzenen viktorianischen Kaminvorsetzer habe ich in einem meiner Londoner Lieblingsgeschäfte, No.19 in Notting Hill gekauft. An diesen Sachen hänge ich sehr und würde mich nie davon trennen. BvH

 

Jana Neudecks ultimative Sightseeing-Tipps

Unterwegs mit Jana Neudeck:
Wer kennt sich besser aus in Sachen Architektur als eine ortsansässige Immobilien-Maklerin?
Hier zeigt sie MyStylery ihre acht Favoriten:

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Hallo Leo! Für 5,2 Millionen US Dollar kaufte Hollywood-Star Leonardo DiCaprio dieses Anwesen, das im alten Teil von Palm Springs liegt

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Alexander Estate: Das sogenannte ‚Haus von morgen‘ war die Honeymoon-Residenz von Elvis Presley und seiner Frau Priscilla. Noch heute erinnern hier Bilder und Accessoires an den King of Rock’n‘Roll

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Richard Neutra entwarf das ‚Kaufman House‘ 1947. Es zählt zu den begehrten und damit auch zu den teuersten Architektur-Denkmälern in Palm Springs

Palm Springs – das Eldorado für Architektur-Liebhaber

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Baudenkmal: Das ehemalige Rathaus – City Hall – von Palm Springs

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‚Twin Palms-Haus‘ von Stewart Williams: Hier lebte der US-Schauspieler Frank Sinatra mit seiner Frau, dem Hollywood-Star Ava Gardner in den 1940er Jahren

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Früher eine Tankstelle, heute das ‚Visitor Center‘ von Palm Springs: ‚AM‘ von Albert Frey

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Das ‚Elrod House‘ von John Lautner: Dieser futuristische Entwurf diente 1968 als Filmset für den James Bond-Film ‚Diamonds are forever‘

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Villa mit Aussicht: 1964 erbaute der Schweizer Architekt Albert Frey das komplett verglaste ‚Frey House II‘ in den Bergen von San Jacinto

Tipp:
Organisierte Architekturführung in Palm Springs über
www.palmspringsmoderntours.com

Kontakt Jana Neudeck:
www.ourmodernproperties@gmail.com

 

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