Zu Besuch bei Designerin Katharina Schmitter


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Wer: Katharina Schmitter, Textil-Designerin
Wo:  Paris, Frankreich

MyStylery zu Besuch bei Designerin Katharina Schmitter in Paris

Schwarzes Schieferdach, rote Ziegel: Das Haus in Fontenay-sous-Bois. Wer möchte hier nicht wohnen?

Ihr Französisch ist akzentfrei und ihre klassische Eleganz die einer typischen Pariserin: Katharina Schmitter kam als Aupair-Mädchen nach Frankreich, studierte Kunstgeschichte und Stoffdesign in Paris. Hier lebt die in München geborene Designerin seit 28 Jahren, arbeitete für Hermès und Boussac, bevor sie verantwortlich wurde für das Design der Ardecora-Kollektion des deutschen Stoffherstellers Zimmer und Rohde. Mit ihren Kreationen werden Luxushotels wie das ‚Costes‘ in Paris ausgestattet. Seit elf Jahren wohnt Katharina mit ihrer Familie in einem romantischen, 112 Jahre altem Landhaus in Fontenay-sous-Bois am Rand der französischen Hauptstadt, versteckt hinter einer mit Efeu bewachsenen Mauer und einem hohen schwarzen, quitschenden Eisentor.

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Es ist immer gut, eine Freundin in Paris zu haben, bei der man auch noch wohnen darf! Hier der Eingangsbereich mit den original 100 Jahre alten Bodenfliesen

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So schön, wie ihre Stoffe: Textil-Designerin Katharina Schmitter

MyStylery: Ich liebe Dein Haus! Es könnte dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ als Kulisse gedient haben…
Katharina Schmitter: Ja, oder? Als ich das Haus über eine Anzeige entdeckte, war es Liebe auf den ersten Blick. Mir ist es wichtig, dass die Kinder hier im Grünen aufwachsen konnten und nicht im quirligen Stadtzentrum.
MS: Ist die Versuchung nicht groß, die Fenster im Haus passend zu jeder Saison mit neuen Vorhängen auszustatten? Als Stoffdesignerin sitzt Du schließlich an der Quelle.
KS: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Zunächst wollte ich nichts aus meinen Kollektionen hier im Haus haben. Ich dachte, ich brauche den Abstand. Aber dann hat mich meine Familie überredet und nun hängen die Stoffe doch. Allerdings ganzjährig und nicht im Winter der eine, im Sommer ein anderer.

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Livingroom und Bibliothek mit Kamin

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Der Vorhangstoff im Wohnzimmer stammt aus Katharinas Ardecora-Kollektion für Zimmer und Rohde

MS: Vermitteln Stoffe neben dem Dekorativen nicht auch ein Gefühl von Gemütlichkeit und Wärme?
KS: Nicht unbedingt. Es gibt Stoffe, die sollen das Gegenteil bewirken, und strahlen durch ihre Texturen eine kühle Eleganz aus. Aber das bin ich nicht. Industrielle Fertigung und glatte Oberflächen interessieren mich nicht. Uns umgeben schon viel zu viele Dinge, die kalt und strukturlos sind.
MS: Deine Stoffe wirken wie eine Hommage an längst vergangene, prächtige Zeiten…
KS: Ja, sie sind sehr kostbar und außergewöhnlich, handgefertigt nach alten Traditionen. Und dadurch bekommt das Ganze auch so eine Lebendigkeit und eine Emotion. Meine Stoffe sind teilweise so dominant, dass sie damit durchaus in Konkurrenz zu Bildern treten können.

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Stoffmuster für die Mulberry – Kollektion

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Skulptur in der Bibliothek

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Die Buddha-Skulpturen stammen aus Asien

MS: Sollte man besser auf Kunst verzichten, wenn man sich für einen Deiner Stoffe entscheidet?
KS: Die Frage ist doch, wo liegt der Fokus bei der Gestaltung einer Wohnung. Wenn tolle Gemälde und Kunst an den Wänden hängen, braucht es keine opulenten Vorhänge, die den Raum dominieren.

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Katharina Schmitter setzt auf dekoratives Licht – und schöne Lüster!

MS: Denkst Du an die Verkaufszahlen, wenn Du an einer neuen Kollektion arbeitest?
KS: Meine Stoffe passen am besten in große, alte Häuser, die eine Patina haben. Das habe ich beim Kreieren vor Augen. Es geht immer um Luxus und Qualität und das besondere Etwas, das es zuvor noch nicht gab, dass vom Kunden aber erwartet wird.

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Antike Stoffe aus Afrika dienen nun als Wandschmuck

MS: Dein Ankleidezimmer platzt ja fast aus allen Nähten! Wie viele Kleider und Schuhe hast Du?
KS: Viele! Zu viele! Stoff zieht mich an, in jeder Hinsicht. Kleider und Schuhe sind meine Leidenschaft. Und da benötige ich immer mehr Platz, obwohl ich mich gelegentlich auch von den Dingen trenne – das ist eine Frage des richtigen Moments. Mein absolutes Heiligtum ist allerdings das handgeschriebene Kochbuch meiner Mutter, mit all meinen deutschen Lieblingsrezepten aus meiner Kindheit. Es ist mein liebstes Erinnerungsstück. Daran hänge ich sehr.  BvH

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Das Mädchen-Portrait kaufte Katharina auf einer Auktion

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Antiker Kronleuchter aus Südfrankreich

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Wie romantisch: Kleine Remise im Garten

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Sundowner im Garten

Die fabelhafte Welt der Katharina Schmitter

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Prost – Santé: Champagner geht immer! 😉

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Der überdachte Eingangsbereich mit schmiedeeisernen Details

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Hereinspaziert! Typisch für die Gründerzeit sind die kleinen, verspielten Details

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Stilleben mit Fahrrad: Im Hintergrund das schwarze Eingangstor

 

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