Meine Reise auf der MS Europa 2


Was: Unterwegs auf der MS Europa 2
Wo: Griechische Ägäis
Teil I

Vorbei an Rhodos Stadtmauer und dem Yachthafen zur MS Europa 2

Meine halbe Kindheit habe ich auf dem Meer verbracht. Mein Vater fuhr als Kapitän für eine Hamburger Reederei weltweit Kühlschiffe, sogenannte Bananenfrachter, auf deren Decks ich das Laufen lernte und später meine Schulferien verbrachte. Atlantik, Karibik, Pazifik – auf den Weltmeeren rund um den Globus. Kreuzfahrtschiffe zählten nach Meinung meines alten Herrn nicht zur wahren Seefahrt. „Schwimmende Hotels“, lautete sein lapidarer Kommentar. Umso gespannter war ich auf meinen ersten Cruise auf der MS Europa 2, einem 225 Meter langen Passagierdampfer der Luxuskategorie mit Platz für 500 Passagiere. Unser Kurs: von Rhodos nach Athen, ein fünftägiger Kurztrip durch die griechische Ägäis. MyStylery’s Tagebuch in vier Kapiteln.

Die Altstadt von Rhodos – von der Unesco zum Weltkulturerbe deklariert – liegt hinter dieser Mauer…

Tag 1

Ich verlasse Berlin bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein und lande auf Rhodos in der südlichen Ägäis bei verregneten 20 Grad und grauem Himmel. Am Flughafen pickt mich ein gutgelaunter, Englisch sprechender Taxifahrer auf, der sich auf der halbstündigen Fahrt zum Hafen als perfekter Tourguide erweist. Vorbei geht’s an der alten, vier Kilometer langen Stadtmauer von Rhodos-Stadt mit ihren Türmen, Festungsbastionen und -gräben, bevor mich der Fahrer am Liegeplatz der MS Europa 2 direkt vor der Gangway absetzt. Oben angekommen passiere ich samt Handgepäck die Sicherheitskontrolle – ein Prozedere wie an jedem Flughafen. Und schwups habe ich den ersten Schampus in der Hand, während ich an der Rezeption auf Deck 4 einchecke.

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Rezeption und Lobby empfangen den Gast in modernem, luxuriösen Design

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Meine Verandasuite: Eine von insgesamt 251 Suiten auf der MS Europa 2

Als ich meine 35 Quadratmeter große Verandasuite (mit Außenbalkon!) auf Deck 5 betrete, steht dort schon mein Gepäck. Ein fixer Service, den ich in etlichen Luxushotels vermisse. Ein kurzer Kabinen-Scan: Für das Suiten-Design kombinierte das Interiorteam hochwertige Materialien in Beige- und Offwhite- Tönen mit hellem Holz. Ganz oben auf meiner Favoritenliste: der begehbare Kleiderschrank mit jeder Menge Stauraum. Daneben das großzügige, mit Mosaiken geflieste Bad mit Dusche, Badewanne und einem üppigen Sortiment von Körperpflegeprodukten. Mein persönliches Highlight ist jedoch der Außenbalkon. Hier werde ich später meine Flasche Begrüßungs-Champagner köpfen, nehme ich mir vor. Noch zwei Stunden bis zur Seenotrettungsübung – Zeit genug für einen kleinen Landgang durch Rhodos‘  zauberhafte  Altstadt. Was ich hier erlebe, berichte ich demnächst in einem Rhodos-Extra.

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Zeit für einen kleinen Landgang durch Rhodos‘ malerische Altstadt

Zurück an Bord bleibt kaum Zeit zum Luftholen, denn schon stecke ich in meiner orangefarbenen Rettungsweste, in der ich ein bisschen aussehe wie SpongeBob und höre gerade noch die Sicherheitsoffizierin sagen, dass Glätteisen und Lockenstäbe von der Kabinenstewardess als mögliche Brandverursacher eingesammelt werden. Gut zu wissen! Und ja, es gibt Platz für jeden der 500 Passagiere in Rettungsboten: Man sollte also genau hinhören, wenn das Notsignal per Schiffshorn sieben Mal kurz und einmal lang ertönt. Beim anschließenden Schiffsrundgang über die sieben Passagierdecks, vorbei an Pool, den sechs Spezialitäten-Restaurants, diversen Bars – darunter die Sansibar – Theater und Jazzclub, Herrenzimmer und Spa, frage ich mich kurz, wo bin ich gerade? Ach ja, auf der MS Europa 2. An ein Schiff erinnert mich hier allenfalls der Blick nach draußen. Ob ich mich irgendwann auch ohne die dezenten Hinweisschilder an Bord zurechtfinden werde?

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Man kann nicht immer gut aussehen :-)) Ich als SpongeBob in meiner Rettungsweste

Am Abend speise ich im asiatischen „Elements“, einem von sechs Spezialitätenrestaurants, die übrigens alle im Preis inkludiert sind, aber einer vorherigen Reservierung bedürfen. Hungersnöte wird ein Passagier der MS Europa 2 kaum erleiden, denn gegessen wird – theoretisch – rund um die Uhr und das auf hohem Niveau. Wer die Essenzeiten verpasst, geht für Clubsandwich, Pasta oder Sansibars legendäre Currywurst in die gleichnamige Bar oder bestellt den 24/7 Roomservice. Nach dem Dinner erwartet den Passagier das allabendliche Entertainment im Theater: Auf dem Programm „Musical Moments“. Ein Showact – ohne Show. Macht nichts. Denn das eigentliche Theater findet gleich draußen statt. Um 23 Uhr Ortszeit le­­gen wir ab unter dreifachem, durchdringendem und Gänsehaut verursachendem ­­­­­­­Tuten und der schiffseigenen Auslaufhymne „We are the sun“.  Nächster Halt: Santorin.

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Mmmhhh: Hummer mit Papayasalat im Restaurant „Elements“

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Bye, bye Rhodos! Auf geht’s nach Santorin in 48 Seemeilen

Tag 2

Der frühe Vogel fängt den Wurm, sage ich mir, als mich mein Wecker um 6 Uhr früh aus der Koje – dem sehr bequemen Masterbed – trommelt. Von hier aus kann ich auf’s Meer schauen und beobachten, wie die MS Europa 2 über das Wasser zu schweben scheint. Ich gehe auf meinen Balkon und betrachte den Sonnenaufgang. Dieses rosa-gold schimmernde Licht, das die glatte See und den Himmel in eins verschmelzen lässt. Ich lausche dem Wasser und den Wellen. Und da ist es, dieses typische, so vertraute, tiefbrummende Motorengeräusch des Schiffes, dass ich aus meinen Kindheitserinnerungen so gut kenne, auf dessen Suche ich gewesen bin. Glücksgefühle.

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Blick von meiner Verandasuite und Sonnenaufgang über Santorin morgens um 6 Uhr

Mit dem Fahrstuhl erreiche ich Deck 9, setze mich achtern auf die Daybeds und betrachte die vorbeiziehenden Inseln. Weit und breit ist niemand zu sehen. Das Schiff gehört mir. Die schroffen, braunen Felsen Santorins sind bereits zu erkennen, wenig später die Umrisse der weißen Häuser mit den berühmten, blauen Kuppeln, die sich über die Hügel der – immer noch aktiven – Vulkaninsel ziehen, wie die Perlen auf einer Schnur. Unter mir höre ich Besteckgeklapper aus dem „Yacht Club“-Restaurant. Um diese Uhrzeit bekommt man einen der begehrten Außensitzplätze.

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Sehr begehrt: Ein Tisch mit „Meer-Feeling“ im „Yacht Club“-Restaurant

Mein Magen ist bereit und schon stehe ich am gefühlt einhundert Meter langen Frühstücksbüffet und vor der Qual der Wahl: Ich sage nein zu Eierspeisen, den vielen Brot- und Brötchensorten, den Lachs- und Wurstvarianten, dem Käsebuffet und anderen, kulinarischen Verführungen. Bei Müsli und frischem Obst, einem grünen Smoothie sowie Morgentautee beobachte ich, wie die MS Europa 2 vor Santorin auf Reede geht, da es hier keinen freien Liegeplatz für das Schiff gibt.

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Von meiner Verandasuite sehe ich die Felsen Santorins – ganz hinten erkenne ich die Umrisse der weißen Häuser mit den berühmten, blauen Kuppeln

Einer der zwei jeweils 2 Tonnen schweren Anker wird unter mächtigem Getöse ins Wasser gelassen. Kurze Zeit später legt bereits das erste Tenderboot mit zum Landgang gerüsteten Passagieren ab. Ich bin dabei und keine 15 Minuten später auf Santorin. Die Kykladeninsel entspricht dem wahrgewordenen Traum einer Reiseprospekt-Prophezeiung, den ich mir per Bus und zu Fuß zu Eigen mache. Meine Tipps und Todo‘s für Santorin verrate ich Euch in einem Special über die Insel. An dieser Stelle nur so viel: Ohne Hut, Sonnenbrille, Lichtschutzfaktor 50 und etwas Geduld mit den Horden asiatischer Reisegruppen geht hier gar nichts.

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Wahrgewordener Traum einer jeden Reiseprospekt-Prophezeiung: Santorin und der Blick auf die Bucht

Hatte ich es schon erwähnt? Die Schlechtwetterfront von Rhodos haben wir hinter uns gelassen. Stattdessen angenehme 25 Grad, die mich am Nachmittag zum ersten Mal meine Liege auf meinem Suiten-Balkon genießen lassen. Kaum bin ich ein wenig weggedöst, heißt es umziehen für das Abendprogramm. Apropos umziehen: Der Dresscode an Bord der MS Europa 2 ist sehr entspannt und lässig. Klar, Badelatschen am Abend sind ein No-Go, dafür kann die Krawatte zu Hause bleiben. Gut angezogene Frauen sind ja immer eine Augenweide, darum mein Tipp für die Ladies: packt Euer Lieblingskleid ein oder eine weiße Hose mit schicker Tunika und verzichtet auf die große Robe.

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Bevor es ins Restaurant „Serenissima“ geht, genieße ich das goldene Licht des Sonnenuntergangs

In meinem derzeitigen Lieblingsoutfit gehe ich zum Dinner ins „Serenissima“, begebe mich in die Obhut des freundlichen Personals und auf eine kulinarische Reise durch Italien: Antipasti, hausgemachte Pasta und Hummer auf Artischocken. Zwischen Vor- und Hauptspeise wird auf der MS Europa 2 stets ein frisches Sorbet angeboten, das wahlweise mit Wodka oder Champagner aufgefüllt wird. Ratet, wofür ich mich entscheide?

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Und nochmal Hummer: dieses Mal auf Artischocken. Köstlich!

Wer lieber an Land ausgeht, hat dazu bin 23.30 Uhr Gelegenheit. Dann legt das letzte Tenderboot von Santorin zur MS Europa 2 ab, bevor wir um Mitternacht bei sternenklarem Himmel und ruhiger See nach Naxos starten. Ein letzter Blick auf die blinkenden Lichter in den Hügeln Santorins, bevor ich mit meinem Betthupferl – weiße Cranberry-Schokolade mit rotem Pfeffer – den Tag noch einmal Revue passieren lasse. BvH

Wie es weiter geht auf meinem Cruise durch die Ägäis, lest Ihr in Teil II. Hier noch ein paar Reise-Impressionen…

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Liegeplatz in Rhodos-Hafen: Die MS Europa 2 mit ihren insgesamt elf Decks

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Meine Verandasuite: Alle Suiten sind mit internetfähigem TV, Samsung Tablet-PC, kostenloser Minibar, Telefon, Föhn und Safe ausgestattet. Auch eine Nespresso-Maschine steht dem Gast gratis zur Verfügung. Aber leider kein Tee!

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Die MS Europa 2 fährt unter Malteser-Flagge

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Zu Besuch beim Käpt’n der MS Europa 2 auf der Brücke. Warum Christian van Zwarmen zur See fährt, obwohl er eigentlich Architekt werden wollte, erfahrt Ihr im Interview – demnächst auf MyStylery.com

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Blick von der Schiffsbrücke auf Rhodos‘ Altstadt und eine schicke Privatyacht

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Auch schön: Der Yachthafen von Rhodos

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Abends geht’s entweder zum Essen ins Sushi-Restaurant „Sakura“…

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… oder ins Asia-Restaurants „Elements“…

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…oder ins Restaurant „Weltmeere“…

…oder ins Restaurant „Serenissima“ – vier von insgesamt sechs Bordrestaurants auf der MS Europa 2…

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…wo man z.B. hausgemachte Spaghetti Vongole isst

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Wie wäre es mit einem Absacker im Jazzclub?

Gut zu wissen:

13 bis 20tägige Fernreisen bietet Hapaglloyd in den Wintermonaten an, während die MS Europa 2 im Sommer auf siebentägigen, kombinierbaren Reisen unterwegs ist. Eine einwöchige Reise durch die Ägäis kostet pro Person in der Verandasuite 4.920 Euro inklusive Flug.

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Zur Blauen Stunde in die Sansibar…

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…eine Kooperation mit der legendären Sansibar auf Sylt, an die dieses XXL-Foto erinnert…

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…und in der Barkeeper Mehmet tolle Cocktails mixt

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Allabendliche Performances im Theater der MS Europa 2

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Morgenstimmung vor Santorin geknipst von meiner Verandasuite

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Lieblingsplatz Achterdeck mit den coolen Daybeds

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21 Knoten maximale Geschwindigkeit fährt die MS Europa 2, die seit 2013 auf den Weltmeeren unterwegs ist

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Schon gewusst? Kreuzfahrten werden immer beliebter: In den nächsten zehn Jahren werden circa 60 neue Schiffe gebaut. Trotzdem sind nur 0,2% aller Schiffe weltweit Kreuzfahrtschiffe

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Early morning bird – Aber auch sonst habe ich nicht einmal das Gefühl, das 500 Passagiere an Bord sind

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Auf der MS Europa 2 gibt es ausreichend Liegeflächen. Mit Handtüchern besetzte Liegen sind ein No-Go, das von der Crew schnell beseitigt wird

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Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt: Das Schiff gehört mir!

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Das Glasdach über dem 15 Meter langen Pool der MS Europa 2 wird bei gutem Wetter geöffnet

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An diesem Blau der Ägäis kann ich mich nicht sattsehen!

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Mit den Tenderbooten geht’s gleich rüber nach Santorin. Was ich dort erlebe, verrate ich Euch in einer der nächsten Stories hier auf MyStylery! Nicht verpassen: Teil II meines Cruises auf der MS Europa 2 🙂

Kontakt MS Europa 2:

www.hl-cruises.de

Ich wurde im Rahmen einer Blogger-Reise von Hapaglloyd zu diesem Cruise eingeladen.

There are 2 comments for this article
  1. Christos at 22:03

    Ein fantastisches Schiff – für mich das beste weltweit – und eine tolle Frau, die sooo schön ihre Erlebnisse in Griechenland beschreibt.

    Kalimera aus Kreta und immer eine gute Fahrt Freunde…

    • Birgit von Heintze Author at 21:52

      Freut mich sehr lieber Christos, dass Dir mein Reisetagebuch gefällt! Teil II ist gerade am Entstehen…nicht verpassen! 😉 Kalimera nach Griechenland und das Daios Cove, dem schönsten Hotel der Insel Kreta!!!

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