„Aus der Mitte“ – Ausstellung der Künstlerin Judith Milberg


Wer: Judith Milberg
Was: Ausstellung „Aus der Mitte“ in Berlin

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Judith Milbergs Ausstellung „Aus der Mitte“ ist vom 18. Juli bis 10. August 2017 in der Hypo Vereinsbank, Leibnizstraße 100 in Berlin-Charlottenburg zu sehen

Betrachtet man die Bilder der Münchener Künstlerin Judith Milberg, wandelt das Auge über feinziselierte Linien, die sich in Farbklecksen begegnen und von dort in pudrigen Farbverläufen wie Spinnenfäden fantastische Gebilde umkreisen. Man assoziiert Blüten, Äste, Früchte, Kristalle, Krebsscheren, Steine, Pusteblumen, Fabelwesen aus Unterwasserwelten. An Spitzendeckchen denke ich erst einmal gar nicht. Aber genau die verwendet Judith Milberg in den Werken ihrer aktuellen Ausstellung „Aus der Mitte“, die zunächst in München gezeigt wurde und ab dem 18. Juli in der Berliner HypoVereinbank zu sehen ist.

Das künstlerische Multitalent Judith Milberg erklärt ihre Werke gestikulierend mit Händen und – wenn’s sein muss – mit ganzem Körpereinsatz

MyStylery: Judith, was war der Impuls, Spitzendeckchen in Deinen Bildern zu verwenden?
Judith Milberg: Ich liebe die übersehenen, aus der Zeit gefallenen Dinge und ganz besonders gefällt mir die Philosophie der Spitzendecke: Aus einer Masche entwickelt sich eine komplexe, symmetrische Form, die den Gesetzen der Natur folgt, von einer Blume bis hin zum Universum.
MS: Mit derartigen Deckchen hatte meine Großmutter ihr Küchenbüffet dekoriert, was wir als Kinder belächelten.
JM: Ja, und das interessiert mich darüber hinaus. Das Handwerk, die Tradition und was ist die Geschichte dahinter. Mich interessieren generell alle handwerklichen Techniken, ich beherrsche auch sehr viele. Nur Schweißen kann ich nicht. Aber ich lerne es diesen Sommer. (lacht).

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Die Gemälde von Judith Milberg faszinieren durch die Fülle und Vielfalt ornamentaler und floraler Motive

MS: Seit vielen Jahren sammelst Du Gegenstände, die in Deinen Bildern und Objekten Verwendung finden. Bei Dir hat selbst die ordinäre Plastik-Fliegenklatsche eine Chance.
JM: Die Kunst liegt darin, die Schönheit und Poesie der Gegenstände zu erkennen, ich transformiere sie dann in meiner künstlerischen Arbeit. Es ist meine Liebe und Affinität für das scheinbar Banale, das mich treibt, diese Dinge zu sammeln.
MS: Du hörst Farben und siehst Töne: Wann hast Du festgestellt, dass Du Synästhetikerin bist?
JM: Schon als Kind, nur kannte ich den Begriff dafür nicht. Ich dachte, alle sehen so. Für mich ist der Buchstabe ‚P‘ ein Taubenblau, ‚A‘ ein Dunkelblau und ‚U‘ ist Gelb. Auch beim Hören von klassischer Musik schießen mir die Farben in den Kopf. Darum kann ich beim Malen keine Musik hören. Ich glaube, dass das auch der Grund ist, weshalb ich meinen Bildern keine Titel geben kann. Ich finde dafür einfach keine Worte.

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Im Arbeitsprozess überlagert und abstrahiert die Künstlerin Strukturen in vielen Schichten und verschmilzt sie miteinander zu poetisch-surrealen Werken

MS: Woran möchtest Du mit Deiner Kunst gemessen werden?
JM: Ich möchte als Künstlerin wahrgenommen werden, die unabhängig von Trends arbeitet. Ich bin sehr froh, mit meinen Bildern den ersten Schritt in die Öffentlichkeit gegangen zu sein und dankbar, dass die Menschen meine Bilder mögen und mit mir darüber sprechen wollen.
MS: Du malst seit vielen Jahren. Warum zeigst Du Deine Bilder erst jetzt?
JM: Ich wollte mir ganz sicher sein, zu wissen: Ich bin soweit. Das bin ich jetzt.  BvH

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40 neue Gemälde und Arbeiten auf Papier umfasst die Berliner Ausstellung von Judith Milberg

Über Judith Milberg:

Geboren in München, studierte Judith Milberg Kunstgeschichte, Ägyptologie und Kommunikationswissenschaften. Noch während des Studiums gründete sie ihre Firma für Kunst-Management, kuratierte Ausstellungen, gab Bücher heraus und archivierte private Kunstsammlungen. Darüber hinaus konzipierte und realisierte Judith Milberg zahlreiche Kunst- und Kulturprojekte für Wirtschaft, Museen und Kultureinrichtungen. Es folgten Tätigkeiten als Autorin, Designerin und TV-Moderatorin. Mit Gemälden und Arbeiten auf Papier stellt sich nun die Künstlerin zum ersten Mal öffentlich vor.

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Häufig verwendet Judith Milberg Acryl, Linolfarbe, Tusche, Spray und Kreide auf Leinwand

 In Judith Milbergs Atelier:

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Judith Milberg: „Ich möchte Menschen anregen, Außergewöhnliches auch im scheinbar Unsichtbaren zu entdecken“.

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Atelierbesuch in München-Nymphenburg: Hier entstehen die Arbeiten Judith Milbergs

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Judith Milberg zeigt mir ihre Fundstücke, die oft in ihren Werken Verwendung finden, wie dieses Schatzkästchen mit alten Stiften

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Auf langen Regalmetern verwahrt Judith Milberg ihre Raritäten

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Oft sind es skurrile Alltagsfundstücke – wie dieser verrostete Spachtel – die Judith Milberg manisch sammelt und die sie inspirieren

Kontakt Judith Milberg:

judithmilberg.de

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