Das Soho Farmhouse in Oxfordshire


Was: Soho Farmhouse, Privater Memberclub und Hotel
Wo: Oxfordshire, England

Foto Soho House

Blick in die Main Barn – die große Scheune – in der Frühstück, Lunch, Nachmittagstee und Dinner serviert werden. Und an der Bar lässt man sich lokales Bier schmecken. Cheers!

Das Leben in der Großstadt kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Und die Sehnsucht nach Ruhe, Grün und Landleben wächst. Viele Metropolenbewohner wollen am Wochenende nur noch eines: Raus aus dem lärmenden Getöse. Nick Jones, britischer Hotel-Unternehmer und Gründer der „Soho Houses“ hat die Bedürfnisse des geplagten Großstadtmenschen schon vor Jahren erkannt, als er 1998 östlich von London sein erstes Countryhotel – das Babington House – eröffnete. Vor drei Jahren kam mit dem Soho Farmhouse in Oxfordshire ein weiteres Country-Retreat hinzu, 90 Auto-Minuten nordwestlich von London gelegen, in der romantischen Landschaft der Cotswolds. Hier erfährt der Großstadt-Gebeutelte Landleben zum Mitmachen, Anfassen oder einfach nur Abtauchen.

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Das Soho Farmhouse hat viel zu bieten für den großstadtmüden Erholungssuchenden. Hier seht Ihr den See mit Blick auf Außenpool und Bootshaus

Ich bin nicht so der Fan des britischen Linksverkehrs und entscheide mich für die komfortable Anreise mit der Regionalbahn GWR, die von London Paddington in einer Stunde und zwanzig Minuten am Bahnhof des idyllischen Örtchens Charlbury hält. Von hier aus geht’s weitere 15 Taximinuten durch die leicht hügelige Landschaft Oxfordshires, die selbst im Januar satt grün leuchtet. Dazu ein knallblauer Himmel – was für hiesige Wetter-Verhältnisse nicht selbstverständlich ist. Ein nahezu unverschämtes Glück!

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Links im Bild die Dampfsauna mit Whirlpool, im Hintergrund Bootshaus und Gym

Vorbei am stattlichen, (zurzeit noch) einsehbaren Anwesen von Fußballstar David Beckham und modeschöpfender Gattin Victoria, gelange ich auf das versteckte Gelände des Soho Farmhouse. Nick Jones, Visionär und Erfinder der privaten Soho House Membership-Clubs, betreibt weltweit Dependancen wie in Berlin, Los Angeles oder Istanbul. Dieses Jahr eröffnet der Selfmademan sein 22stes Soho House in Amsterdam. Viele mit angeschlossenem Hotel, in dem auch Nicht-Mitglieder einchecken können. Mit dem Soho Farmhouse schuf Jones ein Resort auf dem Land ganz nach seinen Vorstellungen: Kernstück ist ein altes Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, das inmitten des 50 Hektar großen Grundstücks residiert. Dazwischen kultivierte Bachläufe und kleine Seen mit 40 urgemütlichen, in der Landschaft versprenkelten Holzhütten.

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Das 50 Hektar große Grundstück mit kultivierten Bachläufen und kleinen Seen, dazwischen 40 urgemütliche, in der Landschaft versprenkelte Holzhütten

Die sogenannten „Cabins“ sind unterschiedlich groß, teilweise mit separatem Livingroom und mehreren Schlafzimmern ausgestattet. Holzverschalte Wände, knorrige Fußböden, einladende Leinensofas, kuschelige Samtsessel machen jede der Cabins behaglich. Inklusive einem großen Bad, das mit einer üppigen Auswahl an Körperpflegeprodukten der eigenen Marke „Cowshed“ ausgestattet ist. Einige Cabins verfügen über eine Outdoor-Badewanne aus Zink, deren Nutzung in dieser kalten Jahreszeit etwas Überwindung kostet. Aber man kann sich ja anschließend am eigenen Kaminofen und prasselndem Feuer herrlich aufwärmen. Oder man kocht sich in der Cabin befindlichen Kitchenette einen Tee, bevor das bequeme, mit sieben Kissen ausstaffierte XXL-Bett zu einem Mittagsschläfchen einlädt.

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Ich auf (m)einem stylishen Retro-Bike der Marke Foffa

Am Nachmittag erkunde ich die Umgebung mit ihrer Bilderbuchlandschaft auf dem Radl. Bei schönem Wetter laden Ruderboote zu einer Runde auf dem See. Ein persönlicher Butler, der hier „Farmhand“ heißt, fragt mich, ob er mir einen Massagetermin im „Cowshed Spa“ buchen darf. Er könne auch eine kleine Golfrunde, eine Reit- oder Tennisstunde, eine Verabredung zum Tontaubenschießen vormerken. Ich entscheide mich für Yoga im Gym und schwimme anschließend ein paar Bahnen im beheizten Außenpool. Für mitreisende Kinder gibt es einen Abenteuerspielplatz und stundenweise Kinderbetreuung. Die Ponys und Hühner sind gerade für Großstadtkids eine weitere Attraktion, so dass sich das Farmhouse auch bei jungen Familien ausgesprochener Beliebtheit erfreut – mit dem damit verbundenen Geräuschpegel. Wer’s etwas ruhiger mag, dem empfehle ich einen Aufenthalt unter der Woche.

Tipp Soho Farmhouse: Wochenenden vermeiden!

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Im Sommer wird der Innenpool geöffnet und ergibt zusammen mit dem Außenpool ein großes Schwimm- und Plantsch-Paradies

Es sind die kleinen Details, die das Soho Farmhouse  so besonders machen: Vor der Tür eines jeden Cottages findet der Gast für die Dauer des Aufenthaltes sein persönliches Fahrrad. Gleich daneben ein paar Gummistiefel, da es hier normalerweise wie aus Eimern regnet. Selbstverständlich in der richtigen Stiefel-Größe, die zuvor per Email angefragt wurde. Jeden Morgen wird frische Milch in Glasflaschen auf der Veranda deponiert. Und auf Wunsch kommt das Frühstück ins Bett – per mobilem Kochbus, dem sogenannten „Float“.

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19 mintfarbene Elektro-Oldtimer – ehemalige Milchwagen – dienen als Shuttle und Transportmittel

Wer seine Mahlzeiten lieber im Restaurant einnehmen möchte, tut dies entweder in der „Main Barn“, der großen Scheune, in der kulinarische Soho House-Klassiker wie Pizza aus dem Holzofen, gigantische Burger oder gegrilltes Hühnchen serviert werden. Mittags sitze ich gerne im lichten „Pen Yen“-Restaurant mit Blick auf Outdoor-Pool und Terrasse. Hier gibt es köstliche Sashimi- und Sushi-Variationen. Am Abend bietet das elegantere Restaurant „Fancy Farm“ zusätzliche Plätze. Ein Absacker im „Mill Room“ ist immer eine gute Idee. Ich schaue in das knisternde Feuer des großen, offenen Kamins, probiere einen Whiskey aus der Umgebung und denke: So könnte es bleiben.  BvH

Foto: Soho House

Eine von 40 sogenannten Cabins, ausgestattet mit einem oder mehreren Schlafzimmern, Wohnzimmer, Kitchenette oder großer Landhausküche

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Vor den rustikalen Holzhütten stehen Wellington-Gummistiefel in der richtigen Größe für den Gast bereit. Und Holzscheite für den Cabin-eigenen Kaminofen

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Ein Blick in meine Kitchenette. Die größeren Cabins sind mit vollausgestatteten Landhausküchen ausgerüstet. Aber auch hier kann ich mir kleine Mahlzeiten, Tee oder Kaffee zubereiten

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So gemütlich: Mein XXL-Bett, ausgestattet mit sieben Kissen…

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…von hier kann ich den Blick nach draußen und in den Kaminofen genießen

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Wer die Wahl hat, hat die Qual: Pflegeprodukte der Marke Cowshed in diversen Ausführungen und verschiedenen Düften stehen dem Gast für den Aufenthalt zur Verfügung

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Ein Bad in der Outdoorwanne? Das war mir, ehrlich gesagt, in dieser Jahreszeit zu kalt!

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Chillen auf der eigenen Veranda: Es ist natürlich kein Zufall, dass die Kissen farblich mit den Türrahmen harmonieren

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Fertig zur Gelände-Erforschung mit meinem schicken Retro-Fahrrad…

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…das mir für die Dauer meines Aufenthaltes zur Verfügung gestellt wird

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Vorbei geht’s an endlosen Weiden und den farmeigenen Gemüsefeldern

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…und einem Besuch bei den Ponys im Stall. Ausflüge können auch mit den Kutschen unternommen werden

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Schal oder Mütze vergessen? Macht nichts. „The Store“ bietet Kuscheliges und Relaxtes für den gehobenen Countrystil. Denn auch hier (wie in allen Soho Houses) ist der Dresscode casual. Wer den Farmhouse-Stil für die eigenen vier Wände adaptieren möchte, kann von Geschirr, über Bademäntel, Kissen, Lampen, selbst Möbel im Farmhouse-Shop kaufen. Hier geht’s hinein in den Deli…

Foto: Soho House

…in dem es sich auch vorzüglich snacken lässt

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Im Bootshaus befinden sich Indoorpool und der Spa-Bereich

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Daneben das japanische Restaurant Pen Yen…

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…in dem ich Sushi-und Sashimi-Variationen bestelle. Eine Portion Edamame darf nicht fehlen!

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Wenn’s warm ist, werden die Speisen auch auf der Außenterrasse serviert

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In diesem Cabin befinden sich Dampfsauna und Whirlpool

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Mit dem Sonnenuntergang…

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…kommt die Zeit für einen Apéritif an der Bar des Mill Room

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Später geht’s zum Dinner in die Main Barn…

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…in der das separate Restaurant Fancy Farm zum Fine Dining einlädt

Foto: Soho House

…bevor man nach dem vielen Nichtstun müde, aber glücklich ins kuschelige Bett fällt

Anreise Soho Farmhouse:

Ankunft in London-Heathrow: Mit dem Heathrow Express (25 Pfund) in 15 Minuten nach  London Paddington. Von hier verkehren stündlich Regionalzüge der Great Western Railway (GWR) nach Charlbury (16 Pfund), Fahrtzeit 80 Minuten. Mit dem Taxi geht’s in 15 Minuten und für 25 Pfund ins Soho Farmhouse. Eine Taxifahrt von Heathrow ins Soho Farmhouse kostet ca. 130 Pfund. Das Soho Farmhouse verfügt auch über einen Helicopter-Landeplatz. Zimmerpreise im Soho Farmhouse ab ca. 400 Euro pro Nacht.

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London Paddington: Von hier verkehren stündlich Regionalzüge der Great Western Railway nach Charlbury

Kontakt Soho Farmhouse

sohofarmhouse.com

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