Traum-Taschen vom Design-Duo Stiebich & Rieth


Was: Stiebich & Rieth, Taschen-Label
Wo: Hamburg

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Die Tasche „Spacie“ aus der aktuellen Stiebich & Rieth-Kollektion in der Farbe Cobalt-Blau*

Als sich Julia Rieth und Detlef Stiebich in Hamburg kennenlernten, arbeiteten beide als Designer für das Modelabel Joop, bevor sie anschließend für andere Brands tätig waren. Hier wurden Produkte am Computer entworfen, wovon beide irgendwann genug hatten und ihre eigene Marke gründeten, um direkt am Produkt zu arbeiten. Seit 2012 entstehen unter dem Namen Stiebich & Rieth exklusive Taschen in traditioneller Handwerkskunst – Made in Germany, die es mit dem Luxus-Segment etablierter Taschenhersteller durchaus aufnehmen können. Dafür wurde das Design-Duo auf der Modemesse Premium vor kurzem mit dem „Young Designers Award“ ausgezeichnet.

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Detlef Stiebich bei der Arbeit: Alle Nähte werden vorgestanzt, um präzise Nahtverläufe zu erzielen

MyStylery: Viele der begehrten Designer-Taschen kommen aus Frankreich und Italien. Eure Taschen werden in Deutschland handgefertigt. War das ein überzeugendes Verkaufsargument, um Eure Marke im internationalen Luxussegment zu etablieren?
Detlef Stiebich: „Made in Germany“ ja, aber „made by hand“ erwies sich anfangs als eher hinderlich, denn die Einkäufer hatten die Assoziation, dass da jetzt etwas Kunstgewerbliches kommt. Da gab’s extrem viel Aufklärungsbedarf. Der Durchbruch kam erst auf der Pariser Fashionweek, wo uns das deutsche Modelabel ODEEH anbot, unsere Taschen zu zeigen.

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Das Leder stammt aus Italien, Frankreich und Spanien und ist pflanzlich gegerbt. Nur natürliche Zutaten werden als Gerbstoffe verwendet, wie Tannine, Kastanien, Wurzeln, Früchte oder Mimosen

MS: Ihr verzichtet auf Computer-Entwürfe und Skizzen. Eure Taschen entstehen am Tisch, direkt aus dem Material und Eurer jeweiligen Inspiration.
DS: Genau. Und bevor es in die Produktion geht, trägt Julia jeden Prototypen Probe und wir finden heraus, was wir noch verbessern können. Auf diese Weise entwickeln wir auch die Details unserer Taschen, die Farbgebung, die Schließmechanismen und die Innenaufteilung. Und wenn Julia sagt, das trägt doch niemand, muss nochmal neu überlegt werden.

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Alles Handarbeit: Aufgrund der Dicke des Leders wird die Zweinadeltechnik angewandt. Eine Tasche hat bis zu 45 Einzelteile

MS: Das klingt zeitaufwendig.
DS: Oh ja (lacht). Das habe ich anfangs auch unterschätzt. Zu Beginn gabs beispielsweise immer wieder Probleme mit dem Verknoten des Garns am Nahtende. Also bin ich nach Paris zu Hermès und habe mir zeigen lassen, wie die das machen. Es dauert Wochen, bis eine Tasche fertig ist. Das fängt mit dem Material an: wir verarbeiten vegetabil gegerbtes, festes Sattelleder, das aufgrund der Dicke mit dem zweinadeligen Sattlerstich verarbeitet wird. Glücklicherweise haben wir in der Nähe von Hamburg einen Lederproduzenten gefunden, der die Kunst der Handnahtverarbeitung beherrscht. Wir begleiten jeden einzelnen Produktionsabschnitt.

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Zwei Kollektionen entstehen im Jahr, jeweils zehn verschiedene Taschentypen in vier oder fünf Farbvarianten. Die Taschen kosten zwischen 800,- und 2.500,- Euro

MS: Eure Taschen werden in Luxus-Boutiquen wie „Linette“ in Hamburg verkauft zu entsprechenden Preisen. Warum entscheidet sich die Kundin für Euer Produkt, wo sie für eine vergleichbare Summe in eine etablierte Marke investieren könnte?
DS: Die Schlichtheit und Sachlichkeit unseres Designs überzeugen. Unsere Kundin ist selbstbewusst und definiert sich nicht über eine bestimmte Marke, von der jeder weiß, was sie kostet. Unsere Kundin will auch eine andere Tasche: Eine, die nicht jeder hat. BvH

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MyStylery loves… die Saddlebag „Hunter“ aus der aktuellen Kollektion. Das Must-have der Saison!*

 

Kontakt:
www.stiebich-rieth.de

Featured pic and Photos* by Stiebich & Rieth

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